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Multiface und die Software

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Multiface-72DA

Multiface und die Software


Unser Multiface-Konzept sieht vor, daß für jede Programmiersprache ein Softwaretreiber die Steuerung der Multiface-Steuerboxen übernimmt. Dieses Konzept hat den Vorteil, daß der Anfänger nicht mit Peek oder Poke Befehlen arbeiten muß, um das Interface anzusprechen. Stattdessen wird ein Softwaretreiber verwendet, der die notwendigen "Hochsprachen" Befehle enthält. Ähnlich wie bei einem Print-Befehl, muß der Schüler nicht wissen, wie dieser Befehl das Multiface anspricht, sondern er sollte wissen, wie er Ihn anwenden kann. Für die Hardwarefreaks bietet Multiface-7x die Möglichkeit des Direktsteuermodus. Dies bedeutet, daß die acht Ein- / Ausgänge der Multiface direkt gesteuert werden können. Diese Betriebsart ist kompatibel zum HIBS-Interface. Im Benutzerhandbuch zur Multiface wird das Aktivieren und Steuern der Multiface im Direktsteuermodus ausführlich beschrieben.

Der Softwaretreiber erweitert den Befehlssatz der Programmiersprache um neue Befehle. Dieses Verfahren hat sich seit 1987 bewährt und ist ausgereift. Obwohl nur fünf Befehle notwendig sind, um umfangreiche Modelle zu steuern (Ein-, Aus-, Motor-, Taster- und Poti-Befehle) stehen doch in jedem Softwaretreiber wesentlich mehr Befehle zur Steuerung der Multiface zur Verfügung. Dies geht sogar so weit, daß wir durch den Softwaretreiber feststellen können, ob eine Multiface-160 oder ein Interface der Multiface-7x Reihe angeschlossen ist. Der Treiber kann den Zustand der Not-Aus - Kontrollampe abfragen und stellt fest, ob bei einer DUO-Version das Multiface "empfangsbereit" ist. Sogar die vom Netzgerät gelieferte Spannung kann durch den Softwaretreiber festgestellt werden. Sicherlich werden diese "Spielereien" nicht ständig benötigt, sie stehen jedoch zur Verfügung und können bei realitätsnahen Prozeßsteuerungen verwendet werden.

Wir unterstützen alle gängigen Programmiersprachen, wobei die Liste ständig erweitert wird. Zum Lieferumfang einer Multiface gehört eine Softwaretreiberdiskette mit den Treibern für alle (!) unterstützten Programmiersprachen. Eine ausführliche Beschreibung des Treibers für die jeweilige Programmiersprache finden Sie im zugehörigen Softwaretreiberhandbuch, das gesondert bestellt werden muß. In diesem Handbuch befindet sich auch eine mehrseitige Einführung in die Programmierung der Multiface mit der jeweiligen Programmiersprache. Da unsere Softwaretreiber generell als Klassenraumlizenz vertrieben werden, darf die Softwaretreiberdiskette für Multiface auf allen Rechnern im Computerraum installiert werden. Ferner darf die Software auf dem privaten Rechner des Lehrer installiert werden. Lediglich die Weitergabe und das Kopieren des Handbuches ist untersagt.

Am Beispiel einer Verkehrsampel zeigen wir Ihnen, wie einfach diese gesteuert werden kann. Hierfür ist es jedoch notwendig, die genauen Lichtsignalfolgen zu kennen:
1. Phase Rot Dauer: lang
2. Phase Rot-Gelb Dauer: kurz
3. Phase Grün Dauer: lang
4. Phase Gelb Dauer: kurz

Nach der vierten Phase beginnt der Ablauf wieder von Neuem. In diesem Beispiel gehen wir davon aus, daß am Ausgang 1 des Multiface die rote Lampe angeschlossen ist. Die gelbe Lampe an Ausgang 2 und die grüne Lampe an Ausgang 3. Als Programmiersprache verwenden wir in dem nachfolgenden Beispiel Logo. Mit dem Befehl Einschalten (Kurzform Ein) können Ausgänge eingeschaltet, mit Ausschalten (Kurzform Aus) können Ausgänge ausgeschaltet werden. Da man auch in LOGO einen "Spagetti-Code" erzeugen kann, zeigen wir dies an folgenden Beispiel:
    PR AMPEL
        EIN 1
        VERZÖG 10
        EIN 2
        VERZÖG 2
        AUS 1 AUS 2
        EIN 3
        VERZÖG 10
        AUS 3
        EIN 2
        VERZÖG 2
        AUS 2
        AMPEL
    ENDE

Dieses Programm schaltet nacheinander die Lampen gemäß den vier Phasen. Die fett gedruckten Worte stammen aus dem Multiface-Treiber für Logo. Gestartet wird das Programm durch Eingabe des Wortes Ampel. Am Ende ruft das Programm sich selbst wieder auf. Abbrechen kann man das Programm mit STRG-G oder der ESC-Taste.

Das Programm ist recht unverständlich. Verständlicher ist folgendes Programm:
    PR AMPEL
        ROTPHASE
        ROT.GELBPHASE
        GRÜNPHASE
        GELBPHASE
        AMPEL
    ENDE

    PR ROTPHASE
        EIN ROTE.LAMPE
        VERZÖG 10
        AUS ROTE.LAMPE
    ENDE

    PR ROT.GELBPHASE
        EIN ROTE.LAMPE
        EIN GELBE.LAMPE
        VERZÖG 2
        AUS ROTE.LAMPE
        AUS GELBE.LAMPE
    ENDE

    PR GRÜNPHASE
        EIN GRÜNE.LAMPE
        VERZÖG 10
        AUS GRÜNE.LAMPE
    ENDE

    PR GELBPHASE
        EIN GELBE.LAMPE
        VERZÖG 2
        AUS GELBE.LAMPE
    ENDE

    PR ROTE.LAMPE
        RÜCKGABE 1
    ENDE

    PR GELBE.LAMPE
        RÜCKGABE 2
    ENDE

    PR GRÜNE.LAMPE
        RÜCKGABE 3
    ENDE
Dieses Programm ist nun umfangreicher, dokumentiert sich jedoch selbst. Auch dieses Programm wird mit AMPEL gestartet. Das gleiche Programm in Turbo-Pascal 6.0 sieht so aus:
    Program Multiface_Demonstration;
        uses crt, mface;

    Function Rote_Lampe:Integer;
    begin
        Rote_Lampe := 1;
    end;

    Function Gelbe_Lampe:Integer;
    begin
        Gelbe_Lampe := 2;
    end;

    Function Gruene_Lampe:Integer;
    begin
        Gruene_Lampe := 3;
    end;

    Procedure Rotphase;
    begin
        EIN (Rote_Lampe);
        VERZOEG (10);
        AUS (Rote_Lampe);
    end;

    Procedure Rot_Gelbphase;
    begin
        EIN (Rote_Lampe);
        EIN (Gelbe_Lampe);
        VERZOEG (2);
        AUS (Rote_Lampe);
        AUS (Gelbe_Lampe);
    end;

    Procedure Gruenphase;
    begin
        EIN (Gruene_Lampe);
        VERZOEG (10);
        AUS (Gruene_Lampe);
    end;

    Procedure Gelbphase;
    begin
        EIN (Gelbe_Lampe);
        VERZOEG (2);
        AUS (Gelbe_Lampe);
    end;

    Procedure Ampel;
    begin
        repeat
            Rotphase;
            Rot_Gelbphase;
            Gruenphase;
            Gelbphase;
        until (FALSE);
    end;

    begin
        Vorbereitung;
        Ampel
    end.

Sollten Sie die Programme nicht nachvollziehen können, so setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Wir erklären gerne. Sicherlich sind diese beiden Beispiele vom Umfang etwas übertrieben. Da auf Variablen verzichtet wurde, sind Sie jedoch leicht durchschaubar. An diesen Beispielen sollten Sie erkennen, wie einfach die Multiface Steuerbefehle EIN/AUS angewendet werden können.

Für Einsteiger empfehlen wir die Programmiersprache LOGO, welche von Seymour Papert ursprünglich für Kinder entwickelt wurde. In LOGO lassen Sie den Computer neue Worte lernen. Das Schöne an LOGO ist die Tatsache, daß es sich um eine interaktive Sprache handelt. Sie können alles sofort ausprobieren. Im Gegensatz zu Pascal, findet keine Compilierung statt. Sicherlich hat dies auch wiederum Nachteile (Geschwindigkeit, usw.), dies ist für einen Anfänger jedoch nicht von Bedeutung. Aufgrund der Tatsache, daß wir stets bemüht sind, den Multiface - Befehlswörtern in allen Programmiersprachen den gleichen Namen zu geben, fällt auch der Umstieg von einer zur anderen Programmiersprache leicht, da hier nur die neue Syntax der jeweiligen Sprache erlernt werden muß. Die Befehlsworte für Multiface werden übernommen, soweit dies möglich ist.


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