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Multiface und die Software |
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Multiface und die Software |
Unser Multiface-Konzept sieht vor, daß für jede Programmiersprache ein Softwaretreiber
die Steuerung der Multiface-Steuerboxen übernimmt. Dieses Konzept hat den Vorteil,
daß der Anfänger nicht mit Peek oder Poke Befehlen arbeiten muß, um das Interface anzusprechen.
Stattdessen wird ein Softwaretreiber verwendet, der die notwendigen "Hochsprachen" Befehle enthält.
Ähnlich wie bei einem Print-Befehl, muß der Schüler nicht wissen, wie dieser Befehl das
Multiface anspricht, sondern er sollte wissen, wie er Ihn anwenden kann. Für die Hardwarefreaks
bietet Multiface-7x die Möglichkeit des Direktsteuermodus. Dies bedeutet, daß die acht
Ein- / Ausgänge der Multiface direkt gesteuert werden können. Diese Betriebsart ist kompatibel
zum HIBS-Interface. Im Benutzerhandbuch zur Multiface wird das
Aktivieren und Steuern der Multiface im Direktsteuermodus ausführlich beschrieben.
Der Softwaretreiber erweitert den Befehlssatz der Programmiersprache um neue Befehle.
Dieses Verfahren hat sich seit 1987 bewährt und ist ausgereift. Obwohl nur fünf Befehle
notwendig sind, um umfangreiche Modelle zu steuern (Ein-, Aus-, Motor-,
Taster- und Poti-Befehle) stehen doch in jedem Softwaretreiber wesentlich mehr Befehle
zur Steuerung der Multiface zur Verfügung. Dies geht sogar so weit, daß wir durch den
Softwaretreiber feststellen können, ob eine Multiface-160 oder ein Interface der
Multiface-7x Reihe angeschlossen ist. Der Treiber kann den Zustand der Not-Aus -
Kontrollampe abfragen und stellt fest, ob bei einer DUO-Version das Multiface
"empfangsbereit" ist. Sogar die vom Netzgerät gelieferte Spannung kann durch den
Softwaretreiber festgestellt werden. Sicherlich werden diese "Spielereien" nicht
ständig benötigt, sie stehen jedoch zur Verfügung und können bei realitätsnahen
Prozeßsteuerungen verwendet werden.
Wir unterstützen alle gängigen Programmiersprachen, wobei die Liste ständig
erweitert wird. Zum Lieferumfang einer Multiface gehört eine Softwaretreiberdiskette
mit den Treibern für alle (!) unterstützten Programmiersprachen. Eine
ausführliche Beschreibung des Treibers für die jeweilige Programmiersprache
finden Sie im zugehörigen Softwaretreiberhandbuch, das gesondert bestellt
werden muß. In diesem Handbuch befindet sich auch eine mehrseitige
Einführung in die Programmierung der Multiface mit der jeweiligen Programmiersprache.
Da unsere Softwaretreiber generell als Klassenraumlizenz vertrieben werden,
darf die Softwaretreiberdiskette für Multiface auf allen Rechnern im
Computerraum installiert werden. Ferner darf die Software auf dem privaten
Rechner des Lehrer installiert werden. Lediglich die Weitergabe und das
Kopieren des Handbuches ist untersagt.
Am Beispiel einer Verkehrsampel zeigen wir Ihnen, wie einfach diese gesteuert
werden kann. Hierfür ist es jedoch notwendig, die genauen Lichtsignalfolgen zu kennen:
| 1. Phase |
Rot |
Dauer: lang |
| 2. Phase |
Rot-Gelb |
Dauer: kurz |
| 3. Phase |
Grün |
Dauer: lang |
| 4. Phase |
Gelb |
Dauer: kurz |
Nach der vierten Phase beginnt der Ablauf wieder von Neuem. In diesem Beispiel gehen wir davon aus,
daß am Ausgang 1 des Multiface die rote Lampe angeschlossen ist. Die gelbe Lampe an Ausgang 2
und die grüne Lampe an Ausgang 3. Als Programmiersprache verwenden wir in dem nachfolgenden
Beispiel Logo. Mit dem Befehl Einschalten (Kurzform Ein) können Ausgänge eingeschaltet,
mit Ausschalten (Kurzform Aus) können Ausgänge ausgeschaltet werden. Da man auch in LOGO
einen "Spagetti-Code" erzeugen kann, zeigen wir dies an folgenden Beispiel:
PR AMPEL
EIN 1
VERZÖG 10
EIN 2
VERZÖG 2
AUS 1 AUS 2
EIN 3
VERZÖG 10
AUS 3
EIN 2
VERZÖG 2
AUS 2
AMPEL
ENDE
Dieses Programm schaltet nacheinander die Lampen gemäß den vier Phasen.
Die fett gedruckten Worte stammen aus dem Multiface-Treiber für Logo. Gestartet wird das
Programm durch Eingabe des Wortes Ampel. Am Ende ruft das Programm sich selbst wieder auf.
Abbrechen kann man das Programm mit STRG-G oder der ESC-Taste.
Das Programm ist recht unverständlich. Verständlicher ist folgendes Programm:
PR AMPEL
ROTPHASE
ROT.GELBPHASE
GRÜNPHASE
GELBPHASE
AMPEL
ENDE
PR ROTPHASE
EIN ROTE.LAMPE
VERZÖG 10
AUS ROTE.LAMPE
ENDE
PR ROT.GELBPHASE
EIN ROTE.LAMPE
EIN GELBE.LAMPE
VERZÖG 2
AUS ROTE.LAMPE
AUS GELBE.LAMPE
ENDE
PR GRÜNPHASE
EIN GRÜNE.LAMPE
VERZÖG 10
AUS GRÜNE.LAMPE
ENDE
PR GELBPHASE
EIN GELBE.LAMPE
VERZÖG 2
AUS GELBE.LAMPE
ENDE
PR ROTE.LAMPE
RÜCKGABE 1
ENDE
PR GELBE.LAMPE
RÜCKGABE 2
ENDE
PR GRÜNE.LAMPE
RÜCKGABE 3
ENDE
Dieses Programm ist nun umfangreicher, dokumentiert sich jedoch selbst.
Auch dieses Programm wird mit AMPEL gestartet. Das gleiche Programm in
Turbo-Pascal 6.0 sieht so aus:
Program Multiface_Demonstration;
uses crt, mface;
Function Rote_Lampe:Integer;
begin
Rote_Lampe := 1;
end;
Function Gelbe_Lampe:Integer;
begin
Gelbe_Lampe := 2;
end;
Function Gruene_Lampe:Integer;
begin
Gruene_Lampe := 3;
end;
Procedure Rotphase;
begin
EIN (Rote_Lampe);
VERZOEG (10);
AUS (Rote_Lampe);
end;
Procedure Rot_Gelbphase;
begin
EIN (Rote_Lampe);
EIN (Gelbe_Lampe);
VERZOEG (2);
AUS (Rote_Lampe);
AUS (Gelbe_Lampe);
end;
Procedure Gruenphase;
begin
EIN (Gruene_Lampe);
VERZOEG (10);
AUS (Gruene_Lampe);
end;
Procedure Gelbphase;
begin
EIN (Gelbe_Lampe);
VERZOEG (2);
AUS (Gelbe_Lampe);
end;
Procedure Ampel;
begin
repeat
Rotphase;
Rot_Gelbphase;
Gruenphase;
Gelbphase;
until (FALSE);
end;
begin
Vorbereitung;
Ampel
end.
Sollten Sie die Programme nicht nachvollziehen können, so setzen Sie sich bitte mit
uns in Verbindung. Wir erklären gerne. Sicherlich sind diese beiden Beispiele
vom Umfang etwas übertrieben. Da auf Variablen verzichtet wurde, sind Sie jedoch
leicht durchschaubar. An diesen Beispielen sollten Sie erkennen, wie einfach die
Multiface Steuerbefehle EIN/AUS angewendet werden können.
Für Einsteiger empfehlen wir die Programmiersprache LOGO, welche von Seymour Papert
ursprünglich für Kinder entwickelt wurde. In LOGO lassen Sie den Computer neue Worte
lernen. Das Schöne an LOGO ist die Tatsache, daß es sich um eine interaktive Sprache
handelt. Sie können alles sofort ausprobieren. Im Gegensatz zu Pascal, findet keine
Compilierung statt. Sicherlich hat dies auch wiederum Nachteile (Geschwindigkeit, usw.),
dies ist für einen Anfänger jedoch nicht von Bedeutung. Aufgrund der Tatsache, daß
wir stets bemüht sind, den Multiface - Befehlswörtern in allen Programmiersprachen den
gleichen Namen zu geben, fällt auch der Umstieg von einer zur anderen Programmiersprache
leicht, da hier nur die neue Syntax der jeweiligen Sprache erlernt werden muß. Die
Befehlsworte für Multiface werden übernommen, soweit dies möglich ist.
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